Darf ich am 21. März noch einen Monatsrückblick für den Februar bloggen? Warum nicht?! Ist ja ohnehin meine Lieblingsbeschäftigung, auf Konventionen zu pfeifen und mir eine meiner Lieblingsfragen zu stellen: „Wer sagt das eigentlich?“ Gibt meines Wissens nach kein Verfallsdatum für einen MoRüBli (unser Kosename für dieses Format in meiner Bloggerinnen-Community The Content Society). Also, wenn du keine weiteren Einwände hast, legen wir los;-)

Gemacht

Der Februar besteht aus zwei Zeitrechnungen: Den Tagen vor dem 24., und den Tagen ab dem 24. – in zweierlei Hinsicht:

Am Donnerstag, den 24. Februar 2022, war ich um 10 Uhr live mit der zweiten Ausgabe der Multipreneur Masterclass. Auf diesen Tag hatte ich wochenlang hingearbeitet. Eine Instagram Challenge gab es im Vorfeld, zum zweiten Mal habe ich mit Facebook Ads geworben (mit großartiger Unterstützung von Olivia Hettler), neue Kunden-Storys in die Masterclass eingebaut. Ich hatte 267 Anmeldungen, und sogar eine Pop-Up Facebook-Gruppe gab es, in der ich zusätzlich Impulse geteilt und mit einigen Kund:innen Interviews zu ihrem Multipreneur Business geführt habe.

Ich hatte so ein Momentum, so eine große Lust auf die kommenden zwei Wochen, denn ich hatte ein Ziel: Mitte März sollte zum zweiten Mal mein VIP-Gruppenprogramm Multipreneur Masterplan starten, ein Format, dass es seit November 2021 gibt, und es ist vollkommen untertrieben, wenn ich sage: Ich liebe es!

Als die Masterclass an diesem Donnerstagvormittag zu Ende war und die Aufzeichnung konvertierte, hatte ich noch ein Kennenlerngespräch im Kalender. Und dann telefoniert ich mit meinem Papa (es hatte vormittags ein kleines Durcheinander mit den Kids gegeben, die wie jeden Donnerstag schon bei meinen Eltern eingetrudelt waren ). Und er sagte: „Vielleicht waren sie auch einfach durcheinander wegen des Kriegs.“

Was? Hatte ich mich verhört? Ich brauchte einen Moment, um nachzufragen: „Was meinst du? Krieg?“

„Ja, der Putin hat doch die Ukraine angegriffen. Der marschiert da ein. Hast du das noch nicht gehört?“

Nein, hatte ich nicht. Und war auf einmal mitten in der zweiten Zeitrechnung des Februars angekommen.

In den folgenden Tagen ging es mir wie wahrscheinlich so vielen, die von diesem Krieg nicht unmittelbar betroffen sind, und die gleichzeitig erkennen, dass sie es gar nicht nicht sein können: BETROFFEN.

Ich wurde hin- und hergeschleudert zwischen Fassungslosigkeit, Angst, Hoffnung und Ratlosigkeit. Wie sollte ich mich verhalten? Als Mensch, aber auch als Selbstständige? Meine nächsten Tage sollten doch eigentlich geprägt sein vom Verkaufen. Vom Gespräche führen und ausloten, für wen mein Gruppenprogramm gerade der richtige nächste Schritt ist. Ich weiß nicht, wie oft ich in diesen ersten Tagen nach dem 24. dachte: „Das macht doch alles keinen Sinn. Es macht einfach keinen Sinn.“

Gefühlt von überall schallte es mir entgegen, wie ich mich jetzt in meiner Rolle zu verhalten hatte. ‚Be the leader‘ oder ‚Es hilft keinem, wenn du jetzt gelähmt bist‘, aber auch ‚Auf keinen Fall business as usual‘ gefolgt von ‚Wer nicht offiziell Stellung bezieht, der ist moralisch eine Null‘ und ‚Es ist okay, wenn du jetzt Pause brauchst‘.

In den paar Tagen, die der Februar noch in petto hatte, fand ich kaum Antworten. Und es fällt mir immer noch schwer, die verschiedenen Stimmen in meinem Kopf miteinander in konstruktiven Dialog zu bringen. Sie sind weiterhin im Widerstreit darüber, wie ich weitermachen darf oder muss oder was gar nicht mehr geht.

An manchen Tagen bin ich voller Zuversicht und habe das Gefühl, das Richtige zu tun. An anderen stelle ich alles infrage und würde mich am liebsten mit meinen Kindern zum Dauerkuscheln ins Bett verkriechen. Beides ist wahrscheinlich in Ordnung, oder?

Geschrieben

Im Februar sind drei neue Blogartikel entstanden:

Geplant

Der März ist in vollem Gange, es ist schon so einiges passiert, was dann im März-Rückblick gebührend Platz finden wird. Meine Ziele waren jedenfalls folgende:

  • 8 neue Kund:innen für den Multipreneur Masterplan gewinnen
  • entspannt durch den Launch kommen – entspannter jedenfalls als bei der Premiere.
  • weiterhin irgendwie um dieses Corona herumkommen.

Spoiler: Nichts davon hat funktioniert… aber so schlimm, wie es vielleicht klingt, war es dann auch nicht.

 

Geknipst