In 5 Schritten eine Idee für den Schritt in die Selbstständigkeit auswählen – so geht’s.

Du willst dich selbstständig machen und kannst dich nicht entscheiden, mit welcher deiner vielen Ideen du starten sollst? Dann bist du nicht allein! Wenn ich mit kreativen Multitalenten über die Frage spreche, warum sie (immer noch) nicht selbstständig sind, obwohl sie schon ewig davon träumen, genau diesen Schritt zu gehen, dann höre ich eine Begründung ganz besonders häufig:

„Ich weiß einfach nicht, wie ich mich für eine meiner 1.000 Ideen entscheiden soll!“

Ganz ehrlich: ich kenne diese Situation aus eigener Erfahrung. Ich kenne dieses gelähmt sein und das Gefühl, dass alle anderen aus dem Quark kommen, nur man selbst nicht. Ich kenne die wachsenden Selbstzweifel und die immer lauter werdenden Fragen in meinem Kopf: „Was, wenn ich es einfach niemals schaffe? Vielleicht bin ich auch einfach nicht dafür gemacht? Oder ich will es nicht genug, denn sonst hätte ich doch schon längst, oder?“

Neulich fragte mich wieder jemand in einem Kennenlerngespräch: „Julia, selbstständig machen, das hätte ich schon längst getan, aber ich habe so viele Ideen, ich kann mich einfach nicht entscheiden!“ Und da dachte ich: Dafür braucht es jetzt eine Anleitung. Denn Entscheiden, das Angstwort für kreative Multitalente, muss gar nicht wehtun. Wie du in fünf Schritten aus deinen 1.000 Ideen die Idee auswählst, mit der du in die Selbstständigkeit starten kannst, darum geht es in diesem Blogartikel.

Schritt Nr. 1: Alle Business-Ideen aufschreiben

Vielleicht hast du schon einen ganzen Stapel Zettel mit Ideen in deinem Zuhause verteilt mit all den Ideen, mit denen du dich selbstständig machen könntest. Vielleicht führst du ein Ideenbuch, wie Scanner-Kult-Autorin Barbara Sher es Scannerpersönlichkeiten empfiehlt. Vielleicht gibt es auf deinem Rechner auch diverse angefangene Dateien und auf deinem Smartphone einen Haufen digitale Notizen.

Dann mach‘ es wie Marie Kondo beim Aufräumen empfiehlt: erstmal ALLES auf einen Haufen.

  1. Trage alle Ideen zusammen, von überall, auf Zetteln und digital.
  2. Fasse sie entweder in einem digitalen Dokument zusammen. Du kannst dafür ein Textdokument, eine Tabelle, eine Mindmaps oder ein digitales Whiteboard verwenden, das spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass du die Ideen hinterher verschieben kannst.
  3. Du magst gerne mit der Hand schreiben? Kein Problem! Dann nimm‘ einen Stapel Zettel und schreibe jede Idee auf einen einzelnen Zettel. Das ist wichtig, weil du sie in Schritt 2 hin- und herschieben wirst.

Schritt Nr. 2: Sortieren der Business-Ideen

Der erste Schritt ist geschafft. Vor dir hast du nun entweder eine digitale Übersicht über all deine Ideen. Oder auf deinem Tisch liegt ein Stapel voller Ideen auf Papier. Im nächsten Schritt geht es ans Sortieren. Dabei empfehle ich dir, Kategorien zu bilden. Wichtig: Es kann sein, dass du Ideen hast, die (in Variante) in mehrere der vorgestellten Kategorien fallen. Dann schreibe sie einfach ein weiteres Mal auf.

  1. Ideen, die sich ums gleiche Thema drehen, also z.B. alles um das Thema Sport, Elternsein, etc. Hier geht es um dein Wissen und deine Expertise in Form von Inhalten. Bilde für jedes Thema einen Stapel/eine Kategorie.
  2. Ideen, bei denen es um die Methode geht, das Thema aber variabel ist. Das könnte z.B. ein eigener Blog sein (du weißt aber noch nicht, worüber) oder ein Buch, oder Veranstaltungen, bei denen der Inhalt noch offen ist. Mache für jede Methode einen Stapel/eine Kategorie.

Nun unterteilst du diese Stapel noch einmal in folgende Unterkategorien:

  1. Ideen, mit denen du dich ohne große Vorbereitung direkt selbstständig machen könntest.
  2. Ideen, mit denen du dich noch nicht sofort selbstständig machen kannst, weil dafür noch grundlegende Voraussetzungen fehlen (Achtung: ’sich bereit fühlen‘ ist keine grundlegende Voraussetzung;-)).

Geschafft! Leg‘ nun deine Ideen erst einmal auf die Seite oder schließ‘ das Dokument (Speichern nicht vergessen!). Denn mit den nächsten beiden Schritten bauen wir den Filter, durch den wir deine Ideen in Schritt 5 dann hindurchsickern lassen.

Schritt Nr. 3: Deine Alltags-Vision

Im nächsten Schritt geht es um deine Alltags-Vision. Ja, du hast richtig gelesen.

Auch ich empfehle in meiner Arbeit, dass du dich mit deiner Vision beschäftigst. Allerdings hat für mich die Vorstellung vom Leben in X Jahren einen entscheidenden Haken: Sie hat sehr wenig konkrete Wirkung in unserem Alltag.

Oft fehlt nämlich die Brücke, die unsere Realität mit unseren Träumen und Wünschen zusammenbringt. Und diese Brücke bauen wir, indem wir unsere Vision von unserem Alltag entwickeln, den wir (im Prinzip) schon ab morgen Leben könnten. Nimm dir also eine halbe Stunde Zeit, und schreibe dir deinen perfekten Alltag auf: von dem Moment, in dem du in deinem Bett (oder wo auch immer;-)) aufwachst, bis zu dem Moment, in dem du wieder deine Augen schließt und einschläfst. Dabei können dir folgende Fragen helfen:

  1. Wo bist du?
  2. Wie fühlst du dich in diesem konkreten Moment?
  3. Was genau tust du?
  4. Wer ist bei dir?
  5. Mit wem tauschst du dich aus?
  6. Wofür nimmst du dir Zeit?
  7. Was tust du für dich?

Du hast deine Alltags-Vision vor deinem inneren Auge und auf dem Papier entstehen lassen? So richtig schön ausführlich, mit Liebe zum Detail? Dann schauen wir uns in Schritt Nr. 4 einen Moment dieses Alltags noch etwas genauer an.

Schritt Nr. 4: Dein Sofa-Moment

Wie oft hast du schon gehört, dass du dich mit deinen Werten auseinandersetzen musst, um Klarheit darüber zu finden, wer du bist und welche Entscheidungen für dich die richtigen sind? Ich gefühlt schon mehr als 1.000 Mal. Und auch in meinem Studium, in Aus- und Weiterbildungen und zuletzt wieder in meiner Coaching-Ausbildung der ganz klare Hinweis: die eigenen Werte kennen.

Mein Problem (wieder einmal): Das bleibt oft viel zu abstrakt. Was nützt es, wenn du die drei Begriffe identifiziert hast, für die du stehst, und du hinterher immer noch keine Ahnung hast, wie du in die Selbstständigkeit starten sollst? Und genau deshalb formuliere ich die Frage gerne um und hole sie in unseren konkreten Alltag.

Aus der Frage „Welche Werte hast du?“ wird die Frage „Wie willst du dich fühlen?“ – und zwar nicht an irgendeinem fernen Tag X, sondern heute Abend auf dem Sofa. Darum nenne ich diesen Schritt auch den Sofa-Moment.

Wie willst du dich fühlen, wenn du nach deinem Tag (siehe Schritt Nr. 3) abends auf dein Sofa plumpst? Und wenn du jetzt feststellst, dass in deinem perfekten Alltag kein Sofa-Moment vorkommt, dann nimm‘ einfach den Moment, in dem du für dich den Tag abschließt.

Du kannst dir für die Antwort auf diese Frage drei Lebensbereiche genauer anschauen:

  1. Wie willst du dich fühlen mit Blick auf dich selbst, deinen Körper, deinen Geist und deine Seele?
  2. Wie willst du dich fühlen mit Blick auf deine Beziehungen (Love, Friends and Family)?
  3. Wie willst du dich fühlen mit Blick auf deinen Beruf, deinen Arbeitsalltag und die Themen, mit denen du dich beschäftigst?

Wichtig bei der Beantwortung dieser Fragen:

  1. Wähle Adjektive, also zum Beispiel ‚kreativ‘ statt ‚Kreativität‘
  2. Wähle aktive Formulierungen, also z.B. ‚wertschätzend‘ statt ‚wertgeschätzt‘

Das ist wichtig, damit du in der Erfüllung deiner Wunsch-Gefühle nicht vom Verhalten anderer oder deiner Umgebung abhängig bist, sondern selbst Einfluss auf dieses Gefühl hast.

Und jetzt? Bringen wir deine Ideen mit den Ergebnissen aus Schritt Nr. 3 und Nr. 4 zusammen.

Schritt Nr. 5: Idee auswählen und selbstständig machen

Er ist da: der Moment der Entscheidung. Aber dank der Vorarbeit, die du schon geleistet hast, fällt es dir nun hoffentlich leichter, eine Entscheidung dafür zu treffen, womit du in die Selbstständigkeit startest. Und das möchte ich an dieser Stelle noch einmal dick und fett betonen:

Bei der Entscheidung, mit welcher Idee du in die Selbstständigkeit startest, geht es um genau DAS: Womit du STARTEST. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr!

Bereit? Dann nimm‘ noch einmal deine Ideen zur Hand und geh‘ folgendermaßen vor:

  1. Schieb‘ die Stapel mit den Ideen (oder die digitalen Ideen-Kategorien), mit denen du dich noch nicht selbstständig machen kannst, weil dir dafür noch Voraussetzungen fehlen, beiseite. Keine Angst, du musst sie nicht verwerfen. Du darfst sie später wieder hervorholen. Aber für den Start sind sie nicht geeignet, denn beim Starten geht es ums Anfangen, und das kannst du nur mit Dingen, die direkt machbar sind.
  2. Nimm jetzt deine Ideen, mit denen du dich direkt selbstständig machen könntest.
    • Welche konkreten Tätigkeiten kannst du in deiner Alltags-Vision verwirklichen?
    • Welche Themen und Inhalte tragen dazu bei, dich jeden Abend auf dem Sofa genau so zu fühlen, wie du dir das wünschst?
    • Welche Themen und Methoden lassen sich gut verknüpfen, weil du die konkreten Tätigkeiten (wie zum Beispiel das Bloggen) nutzen kannst, um dein Thema (z.B. Multipreneur Business Coaching) voranzubringen?

Und, wie sieht es jetzt bei dir auf dem Tisch bzw. auf dem Bildschirm aus? Konntest du Klarheit gewinnen? Steht die erste Idee vor deinen Augen?* Falls ja, dann kann ich dir nur von Herzen empfehlen: fang‘ sofort an mit der Umsetzung. Schubse den ersten Dominostein an.

  1. Das kann ein Anruf bei einem Menschen sein, der sich zu deinem Thema auskennt.
  2. Das kann ein Meilenstein-Plan sein für deine nächsten Schritte.
  3. Das kann ein unverbindliches Kennenlerngespräch mit mir sein, um deine nächsten Schritte zu besprechen;-) Das kannst du direkt hier buchen.

*Und wenn dir diese fünf Schritte nicht die erhoffte Klarheit gebraucht haben, dann ist mein Ehrgeiz natürlich besonders geweckt. Lass‘ uns gerne gemeinsam auf deine Situation schauen und darauf, wie du deinen Traum von der Selbstständigkeit mit vielen Ideen auf den Weg bringen kannst. Hier geht’s zum Kennenlerngespräch (no strings attached!).