Diese Woche im Gespräch mit einer Kundin – ich habe sie gefragt, was sie innerlich daran hindert, wirklich ihre Vielseitigkeit ins Zentrum ihrer Selbstständigkeit zu stellen.

Kundin: „Ja, Julia, du stehst da halt drüber.“

Ich: „Äh, nö.“

Denn: Der Grund, warum ich die Mindfucks meiner (potenziellen) Kund:innen nachts um drei herunterbeten kann, wenn man mich weckt, ist simpel.

ICH HABE SIE ALLE SELBST!

Mal mehr, mal weniger, mal merke ich es gleich, mal quäle ich mich wochenlang rum. Aber am Ende des Tages gehen in meinem Kopf wahrscheinlich genau so viele Zweifel, Bedenken und Ängste spazieren, wie in jedem anderen. Und darum fällt es mir auch sehr leicht, hier heute das Best Of der Multipreneur Mindfucks zu präsentieren. Legen wir los!

1. Ich kann zwar alles ein bisschen, aber nichts so richtig.

Ein Klassiker – und in meiner Umfrage auf Instagram knapp die Nummer eins. Hinter diesem Gedanken steckt aus meiner Sicht der Expert:innen-Mythos, der in unserer Lebens- und Arbeitswelt fest verankert ist: Wer etwas wirklich gut können will, muss sich voll und ganz darauf konzentrieren, so die Überzeugung vieler. Und diese Ansicht haben wir ebenfalls verinnerlicht.

Doch ist das wirklich so? Glauben wir, dass unser Auto in einer Werkstatt schlechter repariert wird, wenn die Mechanikerin virtuos Klavier spielt? Glauben wir, dass der Tierarzt unseren Hund schlechter behandelt, weil er im Nebenberuf Fantasy-Romane schreibt? Wohl eher nicht. Kompliziert wird die Sache häufig erst dann, wenn wir mit unterschiedlichen Themen wirklich Geld verdienen wollen – und darum auch ihren Wert vermitteln möchten.

Darum lautet meine Empfehlung ganz klar: Fakten schaffen! Was genau möchtest du wirklich besser können? Und wenn du es könntest, würde das deinen potenziellen Kund:innen tatsächlich Mehrwert bringen? Oder geht es einzig um dein Selbstvertrauen? Es wird immer jemanden geben, der ‚besser‘ ist, als du. Ein ‚gut genug‘ reicht zu 99,9%.

2. Ich muss erst noch XY machen, bevor ich…

Dieser Satz belegt Rang zwei in der Liste der Mindfucks und kommt in zwei Ausprägungen daher. Die eine ist eng verwandt mit Punkt eins. Denn wieder geht es darum, (noch) nicht ‚gut genug‘ zu sein. Hier noch eine Weiterbildung, dort noch ein Zertifikat. Und ist das erst erreicht, gibt es schon wieder einen neuen Baustein, der fehlt.

Bei der anderen geht es nicht so sehr um das (gefühlt) noch nicht ausreichende Know-how und dessen Nachweis, sondern um äußere Rahmenbedingungen: der Umzug in eine andere Stadt, der fehlende Betreuungsplatz für’s Kind, das Jobangebot – irgendwas ist immer.

Darum lautet mein Tipp: Egal, wie klein deine Schritte auch sein mögen, geh‘ sie jetzt. Du gewinnst Erkenntnisse, indem du Dinge ausprobierst. Der perfekte Zeitpunkt kommt nie – und der Tag, an dem du alles weißt, auch nicht.

3. Das wird sowieso wieder nichts, darum fange ich gar nicht erst an.

Ok, wir alle haben vermutlich unsere Erfahrungen damit. Wir sind von einem Thema begeistert, stürzen uns kopfüber hinein, nur um nach ein paar Tagen/Wochen/Monaten wieder aufzutauchen und zu spüren: Das war’s – zumindest für den Moment.

Und jedes Mal fühlt es sich ein kleines bisschen wie Scheitern an. Wieder nicht drangeblieben. Wieder nicht das Richtige gefunden. Wieder Augenrollen bei deiner Familie, bei Freunden. „Aha, war also wieder nix. Haben wir doch gleich gesagt…“. Verständlich, dass das Selbstvertrauen leidet. Immer wieder neu anzufangen ist anstrengend und kann zermürben.

Darum rate ich unbedingt: Überprüfe deine Perspektive. Stelle den Prozess in den Mittelpunkt und gewöhne dir ab, nur in ‚Ergebnissen‘ zu denken. Denn worum geht es eigentlich? Dein Leben so zu gestalten, dass es deiner Persönlichkeit bestmöglich entspricht. Wenn dazu gehört, häufig Neues zu probieren, dann kann genau das dein Ziel sein: dir diese Freiheit zu ermöglichen.

4. Ich muss mich entscheiden, um erfolgreich zu sein.

Da ist er, der gefürchtete Bauchladen. Die Marketing-Expert:innen sind sich einige: Nische finden, spitz positionieren, darauf kommt es an. Habe ich im Studium gelernt, predigen die Positionierung-Coaches, kannst du überall nachlesen. Der einzige Haken: hilft alles nichts, wenn du dich einfach nicht entscheiden kannst (und/oder willst).

Vor ein paar Monaten habe ich schon einmal darüber gebloggt, warum ein Bauchladen gar nicht so fürchterlich ist. Heute gehe ich sogar noch einen Schritt weiter: Wenn Multipreneur:innen ihre Individualität und Vielseitigkeit ins Zentrum ihrer Selbstständigkeit stellen, finden sie ihre einzigartige Positionierung – und mit ihr die Klarheit, sie auch anderen verständlich zu machen (dazu mehr unter Punkt 5).

Meine Überzeugung: Am Ende eines Positionierungsprozesses steht auch für Multipreneur:innen eine ’spitze‘ Positionierung, die sich jedoch nicht aus dem Weglassen einzelner Bestandteile ergibt, sondern aus der einzigartigen Kombination unterschiedlicher Facetten. Wie klingt das?

5. Keiner versteht, was ich alles mache.

Wirklich? Keiner? Hinter diesem Mindfuck steht oft das Gefühl, selbst noch nicht die nötige Klarheit zu haben, um sich anderen verständlich zu machen. Leicht verlieren wir zwischen all unseren Ideen und Projekten den Fokus darauf, was uns selbst wirklich wichtig ist und was wir nur tun, weil wir den Erwartungen anderer (oder unserer eigenen) entsprechen wollen.

Irgendwann fällt in fast jedem meiner Coaching der Satz: „Ich weiß selbst nicht genau, was ich will.“ Und es ist natürlich unmöglich, unseren roten Faden anderen zu vermitteln, wenn wir ihn selbst nicht sehen.

Die Lösung kann also nur sein: verschaffe dir selbst Klarheit. Dazu kannst du beispielsweise über einen längeren Zeitraum regelmäßig ein Journal mit deinen Gedanken führen. Ich persönlich zögere inzwischen nicht mehr, mir in solchen Fällen Mentoring und Beratung zu gönnen. Ja, richtig, ich gönne mir das. Die Geschwindigkeit, mit der die richtigen Fragen von außen die eigene Klarheit befördern, ist für mich im stillen Kämmerlein nur mit mir selbst nicht möglich.

6. Ich bin sprunghaft, und das wird sich nie ändern.

An dieser Stelle mache ich es kurz: ja, so ist es. Denn das bist du.

Ich bin aber überzeugt: es ist deine Entscheidung, ob du dich auf dieser Persönlichkeit ausruhst und sie als ‚Ausrede‘ benutzt, warum du deine Träume nicht umsetzte. Oder ob du dich im Gegenteil dazu entscheidest, Wege zu suchen und zu finden, wie du es nicht ‚trotzdem‘, sondern GERADE DESWEGEN schaffst, deinen Erfolg als Multipreneur:in auf genau deiner Persönlichkeit aufzubauen.

7. Was werden die anderen denken, wenn ich schon wieder etwas neues mache?

Mein ganz persönlicher Liebling. Und: Die anderen denken alles mögliche. Oft nicht das, was du denkst, dass sie denken. Und falls manchmal doch: willst du wirklich die Gedanken anderer darüber entscheiden lassen, wie du deine Entscheidungen triffst, wie du arbeitest, und wie du lebst?

Short story short: TROTZDEM. MACHEN. Deine Komfortzone verlassen, dich jeden Tag eine Kleinigkeit trauen, deinen Radius erweitern. Angst zu haben ist ok. Deswegen nicht das tun, wofür dein Herz schlägt, ist einfach nur jammerschade.

8. Ich bin einfach zu blöd/zu faul/zu was-weiß-ich…

Der einzige Gedanken, zu dem unser Hirn gegen ein Uhr nachts noch fähig ist, wenn wir uns zuvor zwei Stunden lang im Kreis gedreht haben. Weil wir es doch schon so lange versuchen, aber einfach nicht wissen, wie genau wir das anstellen sollen. Been there, done that…

Ich denke, das Prinzip ist inzwischen klar: sich selbst und dem Mindfuck eine Weile zuhören, milde lächeln, und dann: Let’s go. All deine Gedanken sind genau das. Gedanken. Du kannst dir jede X-beliebige Geschichte über dich selbst und andere erzählen. Sie ist weder wahr, noch falsch.

Entscheidend ist nicht, was du denkst. Entscheidend ist, was du tust.

In diesem Sinne – falls du jetzt den Impuls hast, etwas zu tun, habe ich einen Vorschlag: die kostenfreie live Multipreneur Masterclass, die am 9.11.2021 stattfindet. In dieser Masterclass erfährst du, was erfolgreiche Multipreneur:innen anders machen – und welche fünf Schritte du gehen kannst, um das auch zu schaffen. Der Umgang mit Mindfucks ist natürlich dabei. Zur Anmeldung geht es hier entlang.

Du kannst am 9.11. nicht live dabei sein? Das ist natürlich schade, denn die Energie ist live einfach am besten – und du kannst mir im anschließenden Q&A deine Fragen stellen. Aber manchmal passt es eben einfach nicht. Darum: es wird eine Aufzeichnung geben, die ich dir im Anschluss an die Masterclass zur Verfügung stelle.