Es ist soweit – Halbjahr. Traditionell Zeit für ein Zwischenfazit. Und auch ich habe mir ein paar Gedanken dazu gemacht, was in der ersten Jahreshälfte in meinem Business los war, was ich mitnehmen möchte und was ich hinter mir lassen werde. Dabei ist mir aufgefallen, dass mein erstes Halbjahr alles andere als ‚Business as usual‘ war. Und dass es, wenn ich ehrlich bin, nur aus drei Monaten bestand. Wie das?

Abflug mit Verspätung und Notlandung inklusive

2021 hatte nur langsam Fahrt aufgenommen. Ich hatte ein paar Wochen gebraucht, um im neuen Jahr anzukommen. Denn unser Jahresende war hinter den Kulissen ziemlich fordernd gewesen (mehr dazu kannst du im Jahresrückblog lesen). Also war der Januar schon um, ehe ich zum ersten Mal das Gefühl hatte, ins neuen Jahr gestartet zu sein.

Im Februar, März und April kam der Flow. Spannende Projekte für tolle Kund:innen, mein erstes Freebie, Iron Bloggerin in meiner Blogger-Community, das erste digitale Produkt. Ich dachte immer wieder: ‚Na, so kann es weiterlaufen.‘ – Ich hätte es besser wissen müssen. Denn immer, wenn dieser Gedanke in meinem Kopf auftaucht, läuft es eben gerade nicht so weiter…

Also stand ich Ende April neben meinem Mann, der in den Krankenwagen geschoben wurde, nachdem er mit dem Fahrrad gestürzt war. Unserem zweijährigen Sohn, der im Kindersitz gesessen hatte, war zum Glück nichts passiert, aber mein Mann hatte sich beim Versuch, ihn zu schützen, schwer an der Schulter verletzt. Es folgten OP, Reha, noch eine OP. Und die Erkenntnis, dass mein Fass voll war. Vier kleine Kinder, ein Hausbau und über ein Jahr zwischen Lockdown und Selbstständigkeit in den Knochen. Und dann ein Partner, der nicht mit anpacken konnte, sondern selbst viel Unterstützung brauchte. Ich musste notlanden.

Die Kundenprojekte wurden zu meinen Auszeiten vom ganzen Rest. Und was für meine Selbstständigkeit nicht essentiell war, blieb erstmal liegen. Das erste Halbjahr, das ich für mich und mein Business geplant hatte, war defacto Ende April vorbei. Mai und Juni waren Monate unter dem Motto ‚Minimal Business‘. Und ich war erstaunt, was trotz allem möglich war. Nicht zuletzt, weil ich mir Mitte Mai noch einmal selbst Unterstützung holte und meine Pläne an die neue Situation anpasste – und immer noch dabei bin.

3 Dinge, die ich im ersten Halbjahr gelernt habe

  1. Nicht so streng mit mir selbst sein:
    Manchmal gehen Pläne nicht auf. Und dann geht die Welt nicht unter. Gerade die Ausnahmesituationen schärfen unseren Blick für das, was wirklich zählt. Und das ist für mich die Zusammenarbeit mit Menschen, die so ticken wie ich. Es ist das Gefühl, wirklich einen Unterschied zu machen. Und die Erkenntnis, dass ich dafür überhaupt nicht perfekt sein muss.
  2. Neue Fragen stellen:
    Aus der Frage: ‚Was will ich erreichen?‘ wird für mich mehr und mehr die Frage ‚Wie will ich leben?‘ – und zwar nicht in einem, fünf oder zehn Jahren, sondern heute. Ganz konkret und in meinem Alltag. Was möchte ich tun, wenn ich mich morgens an den Schreibtisch setze? (Und möchte ich mich überhaupt jeden Morgen an den Schreibtisch setzen?) Welche Themen beschäftigen mich? Mit wem möchte ich arbeiten? Diese Fragen treiben mich nicht nur um, sie bringen mich wirklich weiter.
  3. Planänderungen zulassen:
    Ich habe nicht an meinen Plänen festgehalten, als die Umstände sich änderten, sondern neu geplant und umgesetzt. Und durch diese Entscheidung sind Steine ins Rollen gekommen, die mich weiter vorangebracht haben, als meine ursprünglichen Pläne das vorgesehen hatten. Herausforderungen als Chance nutzen – was so abgedroschen klingt, hat sich für mich bewahrheitet.

ON A MISSION und Sommerpause

In den kommenden sechs Monaten werde ich meinen Fokus noch einmal scharf stellen auf die Menschen, mit denen ich arbeiten will: Selbstständige ON A MISSION, die mit ihren Ideen die Welt ein kleines bisschen besser, schöner und gerechter machen möchten. Es juckt mich in den Fingern und in den Hirnzellen! So viele grandiose Ideen warten darauf, in die Welt getragen und umgesetzt zu werden. Auch ich bin ON A MISSION.

Der Begriff Minimal Business wird mich ebenfalls weiter begleiten und mein Leitgedanke sein, wenn ich (neu) über meine Inhalte, Prozesse und Strukturen nachdenke. Ich bin total gespannt, was sich in diese Richtung entwickeln wird. Mein erster Schritt: Sommerpause im August. Etwas, von dem ich seit Beginn meiner Selbstständigkeit träume – und das ich jetzt zum ersten Mal umsetze. Keine Termine, keine Calls, einfach nur treiben lassen und abwarten, was passiert. Stay tuned!