Der März ist um. Eigentlich müsste ich zwei Rückblicke schreiben, um diesen Monat adäquat Revue passieren zu lassen. Denn die erste Hälfte März scheint mir im Vergleich zur zweiten Hälfte wie aus einer anderen Zeit zu sein . Da gibt es also den März prä- und den März post-Corona. (Oder doch vielmehr con-Corona, denn von ‚post‘, also ’nach‘ kann eigentlich ja gar keine Rede sein.)

März, Teil 1: Werte im Business…

In den ersten beiden Märzwochen hatte ich das Gefühl, es geht ziemlich rund. (Dass das im Vergleich zur zweiten Monatshälfte ein Witz sein würde, wer konnte das ahnen.) Beruflich beschäftige ich mich gerade intensiv mit meiner Personal Brand – also meiner Personenmarke. Das ist ein unheimlich spannender Prozess, in dem ich mich mit meinen Werten auseinandersetze und mit dem, wofür ich stehen möchte.

In den vergangenen Jahren habe ich immer wieder Phasen durchlebt, in denen ich sehr mit meiner Scannerpersönlichkeit gehadert habe. Ich wollte endlich meine eine Berufung finden, meinen roten Faden. Ich hatte ja das Gefühl, dass da etwas ist, was alle meine so unterschiedlichen Leidenschaften miteinander verbindet. Inzwischen habe ich gelernt, meinen nie abreißenden Ideenstrom zu strukturieren. Das gibt mir viel mehr Klarheit. Aus dem Wunsch, mich als Person und Persönlichkeit zu verändern, ist mit der Zeit ein Prozess entstanden, in dem es mir darum geht, mich genau so zu nehmen, wie ich bin. Das ist nicht weniger als ein Bewusstseinswandel, denn ich versuche inzwischen, mich voll und ganz auf meine Stärken zu konzentrieren (und die Dinge, die wir Schwächen nennen, außen vor zu lassen). Klar, auch mir fällt das nicht immer leicht. Wir leben einfach in einer Gesellschaft, die so sehr auf Perfektionismus getrimmt ist, dass es schwer ist, sich davon frei zu machen. Aber es gelingt mir immer besser.

…und Sabine

In Sachen Hausbau hat uns Sturmtief Sabine sechs Wochen Zeit gekostet – oder waren es vielleicht doch die Handwerker, die nicht auf meine Bedenken hören wollten, ob die Scheiben nicht doch besser in der Garage stehen würden, statt im zugigen Garten. Tja, wir wissen inzwischen jedenfalls, dass auch bis zu 300 Kilogramm schwere Glaselemente einer Sabine nicht die Stirn bieten können. Und dass eine Neubestellung inklusive Einbau sechs Wochen dauert. Immerhin, inzwischen ist der Rohbau dicht, und die Sanitärarbeiten haben begonnen.

März, Teil 2: #alltagmitcorona, #socialdistancing…

Die Überschrift reicht eigentlich aus, um zu beschreiben, was hier seit 16. März Sache ist. Wir leben einen Alltag, der mit dem Alltag von vor ein paar Wochen kaum mehr etwas zu tun hat. Vier Kinder rund um die Uhr zuhause, mein Mann bisher noch täglich im Büro, zwei Schulkinder begleiten, eine quirlige Dreijährige einbeziehen und mittendrin ein Einjähriger, der gerade tagsüber Laufen lernt und nachts Zähne bekommt. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mich das nicht an meine Grenzen bringt.

Jede Medaille hat zwei Seiten: Ich liebe es, die Tage mit den Kindern zu verbringen. Bei schönem Wetter gehen wir in den Garten, wir basteln viel und spielen und der Musikunterricht läuft inzwischen online. Auf der anderen Seite sehne ich mich danach, meine Eltern zu sehen, meine Schwester und ihre Familie, unsere Freunde. Ich sehne mich nach einer halben Tasse Kaffee, der nicht kalt ist, nach einer halben Stunde auf dem Sofa ohne Unterbrechung, nach drei Buchseiten vor 23 Uhr.

…und neue Perspektiven

Ja, es geht uns gut. Aber ich habe mich selten so auf Normalität gefreut, wie in diesen Tagen. Für jemanden wie mich, der am liebsten jeden Tag zu einem Abenteuer erklären würde, ist dieser Stillstand, dieses Innehalten, eine neue Herausforderung. Aber wenn ich eines kann, dann ist es, das Beste aus jeder Situation zu machen. Also sehe ich die Chance, meine Selbständigkeit aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Und mir die Frage zu stellen: Was bleibt übrig, wenn ich alles Unnötige weglasse? Was ist mein ganz persönlicher Markenkern?

Mein Gefühl sagt mir: Ich bin schon ziemlich nah dran. Und darum freue ich mich auf den April und die Aufgaben, die vor mir liegen. Denn soviel kann ich schon verraten. Für Menschen mit neuen Ideen und der Lust am Machen ist das Leben immer ein Abenteuer.