Das war sie also, die erste Woche im Corona-Ausnahmezustand. Es ist Samstag. Der (B)Logbucheintrag gestern ist ausgefallen, denn ich hatte Migräne. Meine Migräne ist wie eine sehr ehrliche Freundin. Eine von denen, die den Nagel mit ihren Beobachtungen so genau auf den Kopf treffen, dass es manchmal wehtut, und die Dinge sagen, die wahr sind, auch wenn man sie nicht hören will. Wenn ich also diese Woche das Gefühl hatte, dass alles einfach so weiterläuft, wie immer, nur eben ohne Schule und Kindergarten, dann weiß ich spätestens seit gestern, dass das nicht stimmt. Danke für die Erinnerung, liebe Freundin, kann ich da nur sagen.

Es geht eben nicht einfach so weiter. Die relativ ruhigen Vormittage mir einem Baby sind fürs Erste passé. Hier sind nun von morgens bis abends vier Kinder, die unseren Alltag mitgestalten, ganz unterschiedliche Bedürfnisse haben und individuelle Aufmerksamkeit fordern. Ich liebe das! Ich wäre ein mieser Scanner, wenn ich nicht neugierig darauf wäre, wie das alles nun funktionieren kann in den kommenden Wochen – mit dem Gedanken an Homeschooling kann ich mich ohnehin extrem gut anfreunden. Und ich gehöre zu den Eltern, die zu Ferienende immer wieder traurig sind, dass die selbstbestimmte Familienzeit vom durchgetakteten Schulalltag abgelöst wird.

Doch ich bin vermutlich in den vergangenen Tagen in eine Falle getappt, die ich schon kenne: alles schaffen zu wollen, nichts wegzulassen und die letzten Energiereserven zu mobilisieren – bis die eben auch aufgebraucht sind. Die Akkus von Eltern mit kleinen Kindern sind ohnehin nicht grade übervoll. Dann noch eine solche Woche, zwei Fiebernächte mit Baby und schon ist es passiert: heißgelaufen!

In neuen Situationen sehe ich all die Möglichkeiten, stürze mich kopfüber hinein und kann oft überhaupt nicht abschalten. Ich bin begeistert von Veränderungen und bereit, mein Leben immer wieder auf den Kopf zu stellen. Das kommt mir in Situationen wie diesen natürlich absolut zugute. Was ich aber vergesse: ich brauche trotzdem Schlaf, Pausen und genügend Wasser. Deshalbt wird es in Woche zwei heißen: Balance wiederfinden. Auf mich selbst achten und einen Gang zurückschalten. Das Wetter soll ja vorerst kalt und regnerisch bleiben. Da kann ich zumindest guten Gewissens die Gartenarbeit wieder weglassen;-)