[…] ungefähr so sieht das aus, wenn ich heute versuche, einen Text zu schreiben. Denn ganz ehrlich, jeder Versuch, eine Position einzunehmen, fühlt sich für mich fahl an. Wenn ich es mit Optimismus versuche, werde ich den Sorgen um Angehörige, um die eigene Existenz, um gesamtgesellschaftliche Entwicklungen nicht gerecht. Wenn ich die aktuellen Probleme benenne, male ich Schwarz, vertue Chancen, ignoriere Handlungsspielräume. IRGENDWO DAZWISCHEN rotieren meine Gedanken und es fällt mir sehr schwer, aus all dem Rumoren meine innere Stimme, meine Intuition noch herauszuhören. Und dabei würde ich so gerne hören, was sie mir zu sagen hat. Was ich glauben, wofür ich stehen möchte.

Und dabei gibt es normalerweise kaum eine Fähigkeite, auf die ich mich so verlassen kann wie auf die, die richtigen Worte in großartigen, aber auch in schwierigen Situationen zu finden. Auf meinen beruflichen Stationen in Journalismus und Unternehmenskommunikation und auch im Privatleben löse ich immer wieder die Aufgabe, etwas zu formulieren, wofür anderen die Worte fehlen.

Letztlich geht es um Vertrauen – um das Vertrauen in das Verantwortungsgefühl derer, die Informationen sammeln, aufbereiten und verbreiten. Um Vertrauen in den Willen der Politik (übrigens, von uns gewählt), gute Entscheidungen im Sinne aller Menschen zu treffen. Um Vertrauen in meine Mitmenschen, sich besonnen zu verhalten. Und letztlich um Vertrauen in meine eigene Intuition, wie ich mit dieser Situation umgehen möchte.

Eine Freundin hat mir heute einen Newsletter ihrer spirituellen Lehrerin  weitergeleitet, in dem sie Hilfestellung und Gedanken zum Umgang mit der aktuellen Situation teilt. Ich hatte nicht zu allen Ideen direkt einen Zugang, aber zwei Aspekte wirken für mich nach:

  1. Wir leben als Menschen in EINER Welt zusammen, als Gemeinschaft, die nicht durch Grenzen oder Ausgrenzung definiert werden kann. Alles hängt zusammen, das erfahren wir in der aktuellen Situation eindrücklicher denn je.
  2. Die Zeit, in der wir leben und handeln, ist immer das JETZT. Wenn wir etwas bewirken wollen, dann im Moment.

Vielleicht werde ich in ein paar Tage wieder Worte finden, um Stellung zu beziehen, Ideen zu teilen oder Projekte zu starten. Vielleicht bleibe ich aber auch einfach noch eine Weile ‚irgendwo dazwischen‘. Denn immerhin ist das inmitten meiner Familie und im Hier und Jetzt.